Nierensteine

Nierensteine sind in Industrieländern eine Volkskrankheit und etwa jeder 20. Mensch wird in unserer Gesellschaft im Laufe seines Lebens einen Nierenstein entwickeln. Leider ist die Rate an Patienten, die später noch mal einen weiteren Stein entwickeln, mit ca. 50% auch sehr hoch.

 

Die Ursachen für die Bildung von Nierensteinen sind vielfältig, häufig aber eine Kombination aus:

  • zu geringer oder nicht gleichmäßig über den Tag verteilter Trinkmenge
  • falsche Ernährung.

Es gibt auch Spezialfälle, bei denen Stoffwechsel-Erkrankungen, chronische Entzündungen oder Anomalien des Harntraktes zur Steinbildung führen.

 

Symptome von Nierensteinen sind z.T. nur unspezifisch, z.B. gelegentlich leichtes Druckgefühl in der Nierengegend oder minimale Blutbeimengung im Urin.

 

Sehr schmerzhaft sind in der Regel sogenannte Nierenkoliken, bei denen der Stein sich im Harnleiter verkeilt. Der Schmerz wird dabei nicht durch den Stein verursacht sondern der Stein verlegt den Harnabfluss und führt damit zu einem Stau und Druckanstieg in der Niere. Diese Koliken sind typischer Weise von einem spitzen, scharfen Schmerz in der Flanke gekennzeichnet, der wellenförmig mal zu- und wieder etwas abnimmt. Im Gegensatz zu z.B. Schmerzen der Wirbelsäule ist der Schmerz fast nie beidseitig und auch häufig besser bei Bewegung.   

 

Die Untersuchung und Diagnostik auf Nierensteine beinhaltet neben einer genauen Befragung die Urinuntersuchung, die körperliche Untersuchung und den Ultraschall, der als Mittel der Wahl zur Bildgebung bei Nierensteinen gemäß S2 Leitlinie gilt. Dr. Eichelberg verfügt über ein Hochleistungs-Ultraschallgerät der Firma Samsung aus dem Jahr 2018 mit speziellem Steinmodus, um diese Untersuchungen durchzuführen.

Falls nötig wird dann zusätzlich eine Röntgenuntersuchung oder eine CT durchgeführt, um vermutete Steine genauer festzustellen und zu lokalisieren, insbesondere falls eine Operation im weiteren Verlauf erforderlich scheint. Dabei haben beide radiologischen Verfahren den Nachteil, dass hierfür Röntgenstrahlen verwendet werden müssen und es somit zu einer Strahlenexposition des Patienten kommt. Aus diesem Grund sollten sie nur eingesetzt werden, wenn hieraus eine therapeutische Konsequenz folgt, oder der Befund im Ultraschall nicht ausreichende Sicherheit bietet. Die klassische Röntgenuntersuchung ist ein sogenanntes Urogramm. Hier werden mehrere Aufnahmen des Harntraktes angefertigt, und zwar vor und nach Gabe eines Kontrastmittels als Infusion. Hierdurch kann der Harnabfluss sichtbar gemacht werden und damit die Lage des Steines im Harntrakt. Vorteil dieser Untersuchung ist die geringere Strahlenbelastung für den Patienten im Vergleich zum CT:

Urogramm: ca. 1,5 mSV

CT ohne Kontrastmittel: 0,9-5mSv

CT mit Kontrastmittel: 25-35mSv.   (Quelle: S2 LL Urolithiasis).

 

Ein Nachteil des Urogramms ist, dass es nicht bei akuter Kolik eingesetzt werden kann, ebenso bei vorbestehender Nierenfunktions-Minderung, Allergie gegen Kontrastmittel oder Schilddrüsen Überfunktion.

Ein Urogramm wird wenn erforderlich auch kurzfristig in der Urologischen Praxis Straubing direkt durchgeführt. Dr. Eichelberg wird Sie hierfür genau über den Ablauf informieren und Sie bzgl. Ihrer medizinischen Vorgeschichte befragen. Falls nicht vom z.B. Hausarzt in letzter Zeit bestimmt, wird zudem eine Blutuntersuchung der Nieren- und Schilddrüsenwerte im Vorfeld erfolgen.

CT Untersuchungen sind etwas präziser als Urogramme und werden v.a. dann eingesetzt, wenn Patienten komplexe Steinsituationen haben (mehrere und/ oder große Steine), um die Planung für Operationen dieser Steine zu vereinfachen.

 

Die Strahlungs-freie Kernspinuntersuchung oder MRT hat leider bei Nierensteinen nur einen geringen Stellenwert, da sie Steine nicht gut darstellen kann. Sie kommt nur in speziellen Fällen, wie Harnleitersteine in der Schwangerschaft, zum Einsatz. 

 

Die Therapie von Nierensteinen folgt häufig einem alten urologischen Prinzip: "Saufen und Laufen".  

Stein bis 4mm werden in 95% der Fälle spontan innerhalb von 40 Tagen ausgeschieden (Miller et al. 1999 JUrol) und selbst bis zu einer Größe von 1cm beträgt die Rate an Spontanabgängen noch fast 50% (Preminger et al. 2007 EurUrol).

Um diesen Vorgang zu beschleunigen sollten die Patienten sich viel bewegen, z.B. auch Treppen abwärts laufen, und viel Trinken. Auch heiße Bäder/ Dusche können einen positiven Einfluss haben, da sie zur Entspannung der Muskulatur um den Harnleiter führen können. Zudem werden verschiedene Schmerzmittel eingesetzt um die Koliken erträglich zu machen. Bewährt haben sich hier vor allem die Wirkstoffe Metamizol, Paracetamol und Diclofenac.

 

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